Alle Bücher aus der Kategorie: Schwedenkrimis Er begann im Jahr 1965 und beinhaltete eine Menge Sozialkritik. Es handelt sich dabei um das Erstlingswerk der zehnteiligen Krimireihe “Roman eines Verbrechens”. Die späteren Protagonisten des Schwedenkrimis, angefangen mit Henning Mankell, über Stieg Larsson, Nesser und wie sie alle heißen, hatten sich in diesem Metier entweder noch keinen Namen gemacht oder waren noch zu jung dafür, um literarisch tätig zu werden. Zwei Personen waren es, die dieses Genre zu jenem Zeitpunkt einleiteten: Es war das sozialkritisch eingestellte Ehepaar, beide mit einem Journalistenausweis versehen – Maj Sjöwall und Per Walhöö. Mit ihrer Sozialkritik in Romanform startete diese Krimireihe, begann der Lauf der späteren Schwedenkrimis. Während in Groß-Britannien Privatdetektive mit scheinbar übernatürlich versehenen Fähigkeiten versehen waren und in den USA eher die Trivialität privater Detektive und Schnüffler obsiegte, beließen die beiden Autoren Sjöwall und Walhöö die hauptsächliche Jagd nach Verbrechern ganz einfach bei der Polizei. Hier trumpfte eher die Bürokratie und das Unheldenhafte über den übernatürlichen Helden speziell US-amerikanischer Privatdetekteien und unberechenbarer Heldenaufklärer, die zumeist immer noch etliche Geheimnisse für sich behielten und dadurch fern der Realität, praktisch entrückt wirkten. In Schweden dagegen rückten die Polizei und ihre Aufklärungstätigkeit in den Vordergrund, die politischen Hintergründe krimineller Vergehen und verschiedene Zweifel an der sauberen schwedischen Sozialfassade. Die Sozialkritik spiegelte sich in der neuen Krimireihe wieder. Der Tod Olof Palmes 1986, der bis heute nicht wirklich aufgeklärt wurde, schien die einst von Sjöwall und Walhöö kritisierte schwedische “Insel der Seligen” zu bestätigen. Nur fünf Jahre später, im Jahr 1991 begann schließlich der Rummel um scheinbar DEN ersten Vertreter des Schwedenkrimis, Henning Mankell und seine Kommissar-Figur “Kurt Wallander”. Die Anklage der schwedischen Gesellschaft wird in seinen Werken praktisch fortgesetzt. In die Fußspuren von Sjöwall und Walhöö geriet Stieg Larsson, in Journalist, der zwar bereits 2004 verstarb, dennoch eine ähnliche Reihe plante, wie es einst seine beiden Vorläufer angedacht haben. Während Mankell nicht nur die Bücherregale, sondern vor allem die TV-Stuben eroberte, weil seine Romane erfolgreich verfilmt wurden, haben gerade die Bücher von Larsson insbesondere nach seinem Tod den deutschen Büchermarkt mit durchschlagendem Erfolg erobert. Die anderen Protagonisten des Schwedenkrimis (Nesser, Nesbo, Fossum und Staalesen, ebenso Marklund, Indridason, wie auch Persson) folgten und führten diesen Ansatz fort. Der scheinbar saubere Kapitalismus, die vorbildhafte soziale Einstellung in Skandinavien und speziell in Schweden wird in den Schwedenkrimis entlarvt, seiner sauberen Fassade beraubt. Dahinter wird kriminelles Gehabe, Brutalität, soziales Ungleichgewicht und eine vermutlich in sich kranke Gesellschaft deutlich. Überall finden Intrigen statt und es wird haufenweise gemordet, nahezu übertrieben gemordet. Aber genau das macht ja den Schwedenkrimi aus, dass es hierbei nicht nur um die Verbrechensdarstellung und um die Aufklärung und Lösung eines Verbrechens handelt, sondern dass in diesen Romanen die vielschichtigen Hintergründe von Kriminalität, Diebstahl, Betrug und Mord aufgearbeitet und dargestellt werden. Die Krimis aus Skandinavien sind hochliterarisch und niveauvoll angesetzt, gespickt mit einer intensiven Spannung, vielschichtige Persönlichkeiten und Charakteren, denen es nicht selten absolut an Ethik und Moral fehlt.

Das Alphabethaus von Jussi Adler-Olsen

Das Alphabethaus von Jussi Adler-Olsen

Der in Dänemark bereits im Jahr 1997 veröffentlichte Roman “Das Alphabethaus”, geschrieben vom Skandinavier Jussi Adler-Olsen, erscheint Ende Jänner 2012 nun auch in Deutschland.
Bei diesem politischen Krimi handelt es sich allerdings nicht um das aktuellste Werk des Autors, sondern um sein erstes Buch, das auch in Südamerika, Spanien, den Niederlanden, Norwegen, Finnland und Schweden veröffentlicht wurde. In Adler-Olsens Heimatland Dänemark hielt sich die Begeisterung über den Erstling damals allerdings in Grenzen, während es im Ausland großen Anklang fand und in Spanien und den Niederlanden sogar die Bestsellerlisten eroberte.
Erst nach Adler-Olsens großem Durchbruch mit dem 2008 in Dänemark und 2010 in Deutschland erschienenen Roman “Schändung” wurde man auch bei uns auf den dänischen Autor aufmerksam. (weiterlesen…)

Yrsa Sigurdardottir – Geisterfjord

Yrsa Sigurdardottir – Geisterfjord

Die Idee ist ganz banal: Drei Freunde machen sich voller Enthusiasmus an den Ausbau eines verlassenen Hauses in einem leer stehenden Dorf. Die Geschichte wird sehr schnell überschattet von merkwürdigen Geschehnissen, es passiert so manches, das logisch nicht zu erklären ist. Oder vielleicht doch? Gerüche sind schließlich nur Gerüche, Handyakkus können sich entladen, Gegenstände mit scheinbarem Eigenleben wurden meist unbewusst verräumt. Aber wie sind Schritte zu erklären, wo keine Menschen sind? Warum wurde das Dorf eigentlich verlassen? Was ist bloß auf dieser Insel passiert?

Es gibt kein Umfeld, in dem ein Krimi besser angesiedelt ist als in Island: Wenn die Atmosphäre droht, zu freundlich zu werden, braucht es nur die Beschreibung der einsamen Landschaft, um den Leser in die Atemlosigkeit zurückzuwerfen. (weiterlesen…)

Maj Sjöwall und Per Wahlöö – Die Tote im Götakanal (Kommissar Beck)

Maj Sjöwall und Per Wahlöö – Die Tote im Götakanal (Kommissar Beck)

Haben Sie Fantasie? So viel Fantasie, dass Sie es genießen, sich Ihre eigene Vorstellung von den Personen, Schauplätzen und Geschehnissen einer Erzählung zu machen?

Dann wird es Ihnen Freude machen, einen Krimi-Klassiker mit eigenem Leben zu erfüllen, von dem Ihnen einzelne Folgen schon aus dem Fernsehen bekannt sein dürften. Die Bücher von Maj Sjöwall und Per Wahlöö sind die Vorlage zur TV-Krimiserie um Kommissar Beck, die seit langer Zeit den Sonntagabend im Fernsehen mitgestaltet.
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Schändung – Jussi Adler-Olsen

Schändung – Jussi Adler-Olsen

Mit “Schändung” entsteht nach “Verblendung” ein Folgekrimi der Carl-Mørck-Dezernat-Q-Serie von Jussi Adler-Olsen aus Dänemark. Im Mittelpunkt steht ein ungewöhnliches Trio: Vizekommissar Carl Mørck, sein Assistent Assad und die Bürokraft Rose ermitteln als Dezernat Q. Nach einem bereits gelösten Fall gilt es nun einen scheinbar längst aufgeklärten und vergessenen Doppelmord von vor zwanzig Jahren wieder aufzurollen. Dass ihm dies von seinen Vorgesetzten verboten wird, stört Mørck nicht. Im Gegenteil, es fordert ihn heraus. Was auf den ersten Blick als klar gelöster Mordfall an einem Geschwisterpaar in einem Internat beginnt, entpuppt sich nach und nach als eine Verschwörung, die sich bis in die höchsten Kreise der Gesellschaft zieht.
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