Crash – Politthriller von Lorraine Adams

Crash – Politthriller von Lorraine Adams

Gerade neu erschienen ist der hochkarätige Politthriller Crash von Lorraine Adams, Herbst 2011 im Arche Literatur Verlag.

Ein Roman für Männer und für Frauen, die es hochtechnisch lieben. Ein Roman für alle, die auch mit nicht ganz simpel gehaltener Sprache umgehen können. Eine Sprache, die mit Worten und Sätzen überrascht, über die der Leser manchmal nachdenken muss. Das kann die gewöhnliche Ausdrucksweise der mit dem Pulitzerpreis ausgezeichneten Autorin sein, kann aber auch durch die Übersetzung noch forciert worden sein.

Wer nicht meint, jeder 400-Seiten-Roman müsse sich mühelos herunterlesen lassen, wird das Buch genießen. Denn hier erfordert auch die Handlung mitunter volle Aufmerksamkeit, eine Versicherung über den Standort ist gelegentlich angebracht, eine kleine Verirrung ist durchaus möglich.

Es geht um Kampfjets und Geheimdienst, um elektronische Flugsicherung und ihr Versagen, um Sabotage und Manipulationen. Es geht um die Aufklärung von Verbrechen und um viele andere Nebenhandlungen. Ein Kampfjet stürzt ab, der Grund für den Absturz liegt im Dunkeln. Dinnerpartys rund um einen Gastgeber mit geheimem Wissen, an dem die privilegierten Gäste teilhaben wollen, scheinen Aufklärung über die Geschäfte mit einem iranischen Atomwissenschaftler geben zu können. Er wird trotzdem auf ungeklärte Weise getötet, und der nächste Einsatzbefehl an die Protagonisten führt auch zum Tod Unschuldiger … Wie im richtigen Leben ist vieles anders, als es scheint, wie im richtigen Leben wird nicht alles aufgeklärt.

Lorraine Adams Beruf als Journalistin spiegelt sich auch in der Handlung ihres Romans wider: Dem Leser, der sich für das Geflecht von Macht und Medien interessiert und der den Medien vielleicht auch misstraut, wird authentisch glaubhaftes Hintergrundwissen einer kompetenten Insiderin vermittelt.

Ein überreicher Plot, eine überreiche Sprache, wie schon angedeutet nicht gerade das harmloseste Feierabendvergnügen, das sich vorstellen lässt. Aber ein Buch, das sich auf jeden Fall von der ersten bis zur letzten Seite zu lesen lohnt.

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