Das Geständis von John Grisham

Das Geständis von John Grisham

John Grisham ist bekannt für seine Justizthriller, in denen er sich mit der amerikanischen Gerichtsbarkeit und dessen Beeinflussung zum Beispiel durch Rassenhass oder Profitstreben von Firmen auseinandersetzt.

Der Roman “Das Geständnis” von John Grisham beginnt mit einem Geständnis. Reverend Keith Schroeder wird von Travis Boyette, einem verurteiltem Sexualstraftäter aufgesucht. Im Gespräch gesteht der schwerkranke Mann den Mord an Nicole Yarber und gibt Hinweise zum Auffinden der Leiche. Verurteilt für den Mord an dem weißen texanischen Mädchen wurde der Schwarze Donte Drumm. Dieser hatte immer wieder seine Unschuldigkeit beteuert. Nur vier Tage vor der Hinrichtung durch die Todesspritze bestätigt Boyette mit seinem Geständnis die Beteuerungen von Donte Drumm und setzt den amerikanischen Justizapparat erneut in Bewegung.

Was bedeutet das Geständnis von Travis Boyette für alle Beteiligten? Kann die Gerechtigkeit hergestellt werden und ein Unschuldiger vor der Hinrichtung gerettet werden? John Grisham gibt dem Leser einen schonungslosen Einblick in ein noch immer aktuelles Rechtsystem, dass von Korruption durchsetzt und manipulierbar ist. Der Roman erzählt die Geschichte von Drumm, der vom gefeierten Sportstar seiner Schule auf Grund seiner Hautfarbe zum Mordverdächtigen wird. Durch menschenrechtswidrige Verhörmethoden legt Drumm zunächst ein Notgeständnis ab. Dieses Notgeständnis wird zum wichtigsten Beweismittel im Mordprozess und führt trotz vieler Ungereimtheiten zur Verurteilung Drumms zum Tod. Immer wieder beteuert der junge Mann seine Unschuld.

Reverend Keith Schroeder muss nach dem Geständnis des Mordes durch Boyette eine schwere Entscheidung treffen. Schroeder fühlt sich aus seinem Glauber heraus verpflichtet für Gerechtigkeit zu sorgen. Die Rechtszuständigkeiten der einzelnen Bundesstaaten verhindern eine schnelle Aussage Boyettes vor Gericht. Der Anwalt von Drumm geht auf die Hinweise Schroeders nicht ernsthaft ein. Und so versucht der Reverend der Gerechtigkeit selbst Genüge zu tun. Seine Erfahrungen mit den Medien, der Politik, dem Rechtswesen und sogar seinem eigenen Arbeitgeber der Kirche schildert Grisham anschaulich und eindringlich.

Im Gegensatz zu vorhergehenden Romanen schreibt John Grisham in einem realistischeren und härteren Stil über die Probleme des amerikanischen Justizwesens. Gut recherchiert und aus eigenen Erfahrungen aus seiner Arbeit als Rechtsanwalt schildert er die Arbeitsweise des Rechtssystems in Amerika, zeigt den Einfluss der Politik und weist auf Korruption und immer noch andauernde Rassendiskriminierung hin. Erzwungene Geständnisse und die Ungerechtigkeiten im Namen des Volkes stehen im Zentrum des Romans. Zunehmend beleuchtet John Grisham auch den Einfluss der Medien in der Gesellschaft und ihres Beitrages zur Meinungsbildung.

Gleich zu Beginn des Romans nimmt Grisham seinen Leser gefangen und erzählt eine spannende von verschiedenen Handlungssträngen geprägte Geschichte. Der einzelnen Teile der Handlung des Romans bauen sich stimmig auf, sind wunderbar auf einander abgestimmt und laufen schließlich absolut schlüssig zusammen. Die Handlung des Romans fesselt seinen Leser.

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