Der Vollstrecker von Chris Carter

“Der Vollstrecker” ist Chris Carters zweiter Band um den Polizisten Robert Hunter, der sich durch den ersten Band “der Kruzifix-Killer” bereits eine große Fangemeinde eroberte. Auch im zweiten Buch der Reihe bekommen es Hunter und sein Kollege Garcia mit einer Reihe brutaler Morde zu tun – ein Priester wird geköpft und bekommt einen Hundekopf aufgesetzt, eine Frau verbrannt, eine andere an den Füßen aufgehängt und ertränkt. Dabei wird schnell klar, dass es dem Serienkiller nicht nur um die Mode geht – er kennt die größten Ängste seiner Opfer und quält sie vor dem Tod. Hunter und Garcia stehen vor der schwierigen Aufgabe, einen Zusammenhang zwischen den Opfern zu finden und den Mörder aufzuhalten.

Auch wenn Garcia in “Der Vollstrecker” weniger präsent ist als in dem “Kruzifix-Killer”, ist die Zusammenarbeit zwischen ihm und Hunter sympathisch zu lesen. Auf die Ereignisse im ersten Band wird ein paar mal angespielt, aber auch wer den Vorgänger nicht gelesen hat, kann beherzt zugreifen, Vorwissen ist keine Bedingung. Hunter ist ein recht charismatischer Ermittler, nicht unfehlbar aber doch souverän. Das Handlungsmuster erinnert zunächst leicht an Jonathan Nasaws “Angstspiel”, ohne aber zu starke Parallelen zu haben. Der besondere Reiz des Romans liegt darin, dass der Leser die Qualen der Opfer gut nachvollziehen kann. Jeder hat gewisse Ängste, von normalen bis hin zu Phobien und der Autor spielt damit, dass man das leiden der Opfer auf sich selbst überträgt. Die Vorstellung eines Mörders ist ohnehin schon grausam, erst recht aber, wenn er die geheimsten und größten Ängste kennt und das für eine besonders perfide Todesart ausnutzt.

Fazit: Der Vollstrecker von Chris Carter

Für Spannung ist bis zum Schluss gesorgt, weder das Motiv noch die Identität des Täters sind vorschnell zu erahnen. Nicht unbedingt jedermanns Sache ist die Nebenfigur Molly, die Visionen hat und damit für eine leichte Mystery-Komponente sorgt. Sie sieht die Qualen der Opfer und kann sich dabei in den Mörder hineinversetzen, was ein paar Abstriche macht bei denen, die wert auf nüchternen Realismus legen. Für einige der geschilderten Grausamkeiten sollte der Leser einen stabilen Magen haben, der Krimi ist gewiss nichts für zartbesaitete Gemüter. Egal ob geköpfte Leichen oder verbranntes Fleisch, der Erzähler spart nicht mit Details, die dem Leser die Situation genau vor Augen halten. Alle anderen werden dabei aber bestens unterhalten und finden im neuen Roman von Chris Carter fesselnde Unterhaltung.
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