Inge Löning – Schuld währt ewig

Inge Löning – Schuld währt ewig

Kommissar Tino Dühnfort bekommt es mit einem neuen Fall zu tun: Der Architekt Jens Flade stirbt vor seinem Büro bei einem Autounfall, der Fahrer flüchtet. Was zunächst wie ein schreckliches Unglück wirkt, entpuppt sich bald als Mord. Weniger später wird in einem See die Leiche einer ertrunkenen Studentin gefunden. Erst beim dritten Mordopfer wird klar, dass hier ein Serienmörder am Werk ist. Seine Opfer sind Menschen, die selbst einmal in tödliche Unfälle verwickelt waren. Nimmt hier jemand Rache für ihre angebliche Schuld …?

Inge Löhnig serviert ihren Leser mit dem vierten Fall um Tino Dühnfort einen hervorragenden Kriminalroman, der zum Mitfiebern einlädt. Es sind scheinbar zusammenhanglose Todesfälle, bis sich die grausame Gewissheit ergibt, dass alle Opfer etwas verbindet. Ein Serienmörder als brutaler Racheengel ist eine spannende und reizvolle Ausgangslage, die den Leser bis zum Ende fesselt. Der Roman setzt sich aus mehreren Handlungssträngen zusammen, bleibt aber trotz dieser Wechsel immer übersichtlich. Für Wendungen, die den Leser überraschen, wird reichlich gesorgt, Längen gibt es dagegen keine – selbst bei detaillierteren Szenen ist jede Beschreibung treffend und entwickelt eine überzeugende Atmosphäre.

Lobenswert sind auch wieder einmal die Charaktere: Zwischen Tino und seiner Kollegin Gina ist eine Beziehung entstanden, die aber vor dem Team geheim gehalten wird. Diese junge Beziehung wird ansprechend geschildert, das Geheimhalten sorgt für einen zusätzlichen Spannungsreiz beim Leser und für brisante Situationen im Kollegium. Eine besonders berührende Figur ist Susanne. Vor einigen Jahren starb in ihrem Job als Babysitterin ein kleines Kind – eine Schuld, die sie nie loslässt. Ihr Schicksal ist sehr bewegend, ohne dass dabei zu sehr auf die Tränendrüse gedrückt wird. Grundsätzlich verzichtet die Autorin auf Schwarzweißmalerei bei ihren Charakteren und zeichnet sie stattdessen als vielschichtige Personen, denen es auch erlaubt ist, Entwicklungen zu durchlaufen, Das zeigt sich vor allem bei Tinos Kollegen Alois, der bislang eher durch Eitelkeit als durch Tatkraft aufgefallen ist, sich aber in diesem Band mauern kann.

Daneben gelingt es Inge Löhnig, die alltägliche Ermittlungsarbeit anschaulich, realistisch und gleichzeitig faszinierend darzustellen. Die Ermittler sind keine Übermenschen, sondern müssen auch mit Rückschlägen und Hindernissen kämpfen. Als Fazit bleibt somit ein erstklassiger Krimi, der in allen Punkten überzeugt.

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