Mord im Orient-Express – Agatha Christie (1934)

Mord im Orient-Express – Agatha Christie (1934)

Eigentlich will sich der berühmte belgische Meisterdetektiv Hercule Poirot einen Urlaub mit einer Fahrt im legendären Orient-Express gönnen – doch er stolpert dabei geradewegs in einen Mordfall. Der wohlhabende Amerikaner Mr. Ratchett wurde in seinem Abteil erstochen. Ausgerechnet jetzt ist auch der Zug eingeschneit, eine Weiterfahrt unmöglich und Poirot scheint der Einzige, der den Mordfall klären kann. Keine leichte Aufgabe, denn offenbar hatte jeder der Fahrgäste ein gutes Motiv, um den skrupellosen Ratchett zu ermorden …

Mit dem “Mord im Orient-Express” schuf Agatha Christie einen der berühmtesten Fälle ihres exzentrischen Ermittlers Hercule Poirot, dem eigensinnigen belgischen Privatdetektiv, der oft so unbeholfen wirkt und dabei so scharfsinnig ist. Der Roman ist ein typisches Kammerspiel, da sich die Handlung auf den Zug beschränkt und alle wissen, dass der Mörder mitten unter ihnen sein muss.

Schon ganz zu Beginn lernt der Leser alle Passagiere kennen, die unterschiedlicher kaum sein können: Da ist die mondäne Gräfin Dragomiroff mit ihrer einfachen Zofe, die streng religiöse Missionarin, ein ungarischer Diplomat mit seiner eleganten Frau, eine leicht reizbare Amerikanerin, ein italienischer Geschäftsmann, ein amerikanischer Vertreter und die Angestellten des Opfers. Poirot erfährt bald, dass der Ermordete eine falsche Identität angenommen hatte und in Wahrheit ein gesuchter Verbrecher war. Sein scheußliches Verbrechen, das Agatha Christie in Anlehnung an die damals aktuelle Entführung des Lindbergh-Babys schuf, ist offenbar das entscheidende Motiv, das alle Passagiere als mögliche Täter verbindet. Der Krimi besticht durch eine wunderbar altmodische Atmosphäre und originelle Figuren, von denen nach und nach jeder als Mörder denkbar ist. Besonders kompliziert wird die Angelegenheit dadurch, dass es zwar einige Beobachtungen durch Zeugen gibt, die sich aber zu widersprechen scheinen und eher für zusätzliche Verwirrung sorgen.

Dazu kommt Hercule Poirot als charmant-skurriler Ermittler, bei dem es immer wieder ein Vergnügen ist, seine Arbeit zu verfolgen. Die Auflösung ist schließlich sehr überraschend und lässt sich kaum vorausahnen. Agatha Christie hat damit ein zweifellos außergewöhnliches Ende gewählt, das erheblich dazu beigetragen hat, dass das Werk zu ihren populärsten Büchern zählt.

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